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Rudy in Lateinamerika

11 Monate, 7 Länder, 2 Räder, 1 Plan – der längste Sommer meines Lebens!

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  • Unvergessliche 333 Tage gehen zu Ende!

    Juni 1st 2012

    By: Rudy

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    Die zehn Stunden Flug, die mich in weniger als 22 Stunden erwarten, sind nicht nur eine Heimkehr aus dem Urlaub, sondern ein „Hineinkatapultieren“ in eine andere Welt, eine komplette 180-Grad-Wende von einem einfachen, freien Nomadenleben zurück in eine Legebatterie, in der man nur funktionieren muss. Und wehe, man weicht ein bisschen von der Norm ab!

    Nichtsdestotrotz freue ich mich, Familie, Freunde und Kollegen wiederzusehen, nicht mehr aus den Fahrradtaschen leben zu müssen, wieder mehr als nur 25 kg mein Eigentum nennen zu dürfen und nicht mehr die Wäsche mit den Händen waschen zu müssen.

    Mein Südamerika-Abenteuer endet am 02. Juni mit der Ankunft in Frankfurt – am 333. Tag nach Beginn des längsten Sommers meines Lebens!

    Danke für Euer Interesse – ich freue mich auf das Wiedersehen!

    RudyRestless „RoadRocker“ feat. Beikie „Mokkochinchi“ 🙂

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  • Drei Großstädte auf einen Schlag: Natal, Recife, Joao Pessoa

    Juni 1st 2012

    By: Rudy

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    Nachdem ich einigermaßen wiederhergestellt war, beschloss ich, mit dem Autobus nach Natal zu fahren, eine sehr attraktive Stadt mit schönem Strand. Hier verbrachte ich 4 Tage bei Couchsurferin Anna, bei der ich mich sehr wohl gefühlt habe. Die City wurde mit dem Rad erkundet, ich habe viele Fotomotive entdeckt – vor allem in der Altstadt, der Cidade Alta.

    „Gecouchsurft“ habe ich auch in Joao Pessoa und in Recife. Washington war mein Gastgeber in Joao Pessoa, bei dem ich 5 Tage blieb. Die Brasilianer haben übrigens ziemlich lustige Vornamen, neben Washington habe ich auch schon einen Wagner und einen Beethoven kennengelernt, alle drei sind Vornamen hier! Der 26-jährige Washington ist Web-Programmierer, er muss täglich viel arbeiten, aber zum Ausgehen hatte er immer Zeit. Der netteste Abend war auch der letzte für mich in JP, als wir einen Karnevalsblock durch die Altstadt begleiteten und anschließend ein Konzert besuchten, noch vor Sonnenuntergang – und das ist hier um 17:30h! – hat die Menge bereits getanzt und gefeiert. Ich bin auch an diesem Abend mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen.

    Leider musste ich auch in das ca. 120 km entfernte Recife einen Bus nehmen, weil nur noch 3 Tage übrigblieben. Auf der Busfahrt kam ich mit Sebastiao ins Gespräch, der sich für soziale Projekte auf dem Land einsetzt, er hat mich auch eingeladen ihn zu besuchen, um mir ein näheres Bild über sein Engagement zu machen.

    Dea hatte ich bereits 2009 kennengelernt, als ich das erste Mal in Recife war, ich durfte mich also wieder bei ihr bis zu meinem Rückflug einnisten. Am vorletzten Tag sind wir zusammen in die nahegelegene Stadt Vitoria de Santo Antao gefahren, wo uns Sebastiao am Busbahnhof abgeholt hat und uns anschließend kreuz und quer durch die Dörfer gefahren hat. Unter anderem ist er verantwortlich für die Asphaltierung einiger Straßen sowie dem Bau von Regenwasser-Zisternen, die eine bessere Bewässerung in dem trockenen Sertao gewährleisten sollen. Er hat uns auch die knochenharte Arbeit der Zuckerrohr-Arbeiter gezeigt. Wir sind unzählige Male stehengeblieben, um irgendwelche Projektbeteiligten, Freunde oder Verwandte zu besuchen und haben die Herzlichkeit und Gastfreundschaft dieser z.T. in großer Armut lebenden Menschen kennengelernt, sogar Dea war davon fasziniert. Dieser Tag war wirklich ein Highlight, denn es zeigte ein ganz anderes Brasilien, als das, was ich bisher gesehen habe.

    Oi Sebastião, obrigado por estas impressões extraordinárias e pelo seu tempo, foi realmente uma experiência única. Desejo-lhe felicidades e sorte para os seus projetos futuros!

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  • Kurz vor Schluss erwischt: Denguefieber!

    Mai 5th 2012

    By: Rudy

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    In Fortaleza hatte ich eine sehr angenehme Zeit, durch Couchsurfing lernte ich einige Leute kennen, bei denen ich auch übernachtet habe. Highlight waren dabei sicherlich die drei Tage bei Vinicius, mit dem ich mich auf Anhieb hervorragend verstand, der Blick aus seiner Wohnung im 21. Stockwerk auf Stadt und Strand waren absolut atemberaubend. Nach gut einer Woche musste ich aber weiterziehen, um meinen Zeitplan einzuhalten, denn bis Recife ist es noch ein Stückchen und es liegen noch ein paar Großstädte auf dem Weg, in denen immer ein bisschen mehr Zeit draufgeht als in kleinen Orten. Die nächsten Tage ging es durch eben solche kleinen Ferienorte am Atlantik mit herrlichen Stränden und wenigen Menschen. Das touristischste von ihnen – Canoa Quebrada – wird im Juli auch von vielen Europäern frequentiert.

    Mossoró war die nächste Großstadt auf dem Plan und eigentlich nur als Zwischenstopp gedacht, aber es kam leider anders: eines Morgens bin ich mit Unwohlsein und Fieber aufgewacht und meine erste Vermutung war – mal wieder – eine Lebensmittelvergiftung. Ich ging am nächsten Morgen ins Krankenhaus, um mich untersuchen zu lassen und nach dem Bluttest stand die Diagnose fest: Denguefieber! Fuck! Volltreffer! Ich wurde mit 5 Infusionen und 3 Spritzen versorgt, am nächsten Tag musste ich noch einmal „antreten“, diesmal gab es 3 Infusionen, die Prozedur mit Anmeldung, Sprechstunde und Behandlung dauerte jeweils um die 4 Stunden.

    Es gibt keine Impfung gegen Dengue, so muss man die Krankheit aussitzen und kann nur Paracetamol gegen die Fieberschübe nehmen. Man ist völlig entkräftet, die Blutwerte sind jenseits von Gut und Böse und das Immunsystem total im Keller. Mir wird also keine Zeit mehr bleiben, mich wieder fitnesstechnisch auf Vordermann zu bringen, und in diesem Zustand ist an Radfahren nicht zu denken. Es sieht also ganz danach aus, dass ich die letzten Etappen mit dem Bus zurücklegen werden muss., aber bis dahin muss es mir noch deutlich besser gehen, denn momentan verbringe ich den Großteil des Tages im Bett.

    Ich habe eine nette Dame kennengelernt, die sich rührend um mich kümmert und mich moralisch aufbaut, wenn ich wegen meinem Dengue mal wieder eine Aggro-Attacke bekomme. Die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen kann man nicht mit Worten beschreiben, sie haben auch keine Berührungängste, auch mal einem Fremden zu helfen. Für mich sind die Brasis die besten Menschen der Welt und ich werde dieses warme Miteinander sehr vermissen.

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  • Der Busmarathon und Brasília

    Apr. 12th 2012

    By: Rudy

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    Die erste Hardcore-Busfahrt ging über ca. 1.500 km von Pedro Juan Caballero nach Brasília, 27 Stunden lang eingepfercht. In Brasília blieb ich nur drei Nächte bei Couchsurferin Fernanda und ihrer netten Familie. Sie und ihr Bruder haben mir die Stadt gezeigt, die für Autos konzipiert wurde und in der es – abgesehen vom Stadtzentrum – keine Fußgängerwege gibt! So habe ich am zweiten Tag einen stundenlangen Marsch über Stock und Stein und Wiesen einlegen müssen, weil ich die Entfernungen total unterschätzt habe.

    Brasília ist ansonsten architektonisch etwas Außergewöhnliches, sie wurde in den Fünfziger Jahren geplant und danach innerhalb von 3 Jahren gebaut. Es gibt u.a. den imposanten Regierungsviertel, einen Bankenviertel, einen Hotelviertel und die Einwohner leben in drei- bzw. sechs-stöckigen Wohnblocks in sog. Superquadras.

    Der Plano Piloto, wie das ursprüngliche Brasília hieß und aus dem Weltraum wie ein Flugzeug aussieht, wurde für nur 500.000 Menschen ausgelegt, mittlerweile wohnen fünfmal so viele hier, vor allem in den rund um die Stadt entstandenen Satellitenstädten. Der Gag ist nämlich, dass der Plano Piloto bautechnisch nicht verändert werden darf, so gibt es „nutzlose“ Grünflächen auf der einen, und ein ziemlich intensives Parkplatzproblem auf der anderen Seite und Hunderttausende müssen täglich pendeln und zig km zu ihrer Arbeitsstelle zurücklegen.

    Über Petrolina ging es in zwei weiteren Busfahrten, die insgesamt 41 Stunden dauerten, in den Nordosten ins tropische Fortaleza: Sommer, Sonne, Strand und Meer – der Urlaub vom Urlaub und der Endspurt können also nach einem knapp 4.000 km langen Busmarathon beginnen!

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  • FAZIT Paraguay

    Apr. 6th 2012

    By: Rudy

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    Die Kurzfassung könnte lauten: nicht ganz leicht verdauliches Land mit einer dürftigen Infrastruktur, stolzen und teils sehr netten, teils leider oberflächlich wirkenden Menschen.

    Ja, es gibt Naturschönheiten in Paraguay, unter anderem tropische Wälder, kristallklare Bäche und hübsche Wasserfälle, ohne ein Auto wird aber die Erkundung des Landes zum Problem, da man die Busse vergessen kann. Diese verkehren zwar auch zwischen kleineren Ortschaften, halten aber nicht bei abseits liegenden touristisch interessanten Punkten.  Aufgrund der Entfernungen (das Land ist vom Großraum Asuncion abgesehen sehr dünn besiedelt) hilft auch ein Fahrrad nur bedingt weiter :-(.

    Die Hauptstadt kann man nicht als schön bezeichnen,  auch wenn man sich nach einer Weile mit ihr und ihrer Art doch einigermaßen arrangieren kann. Wer außerhalb von Asuncion Kunst und Kultur haben möchte, wird bitter enttäuscht, in dieser Hinsicht ist das Land ein bisschen wie Uruguay. Selbst wenn die Preise in den letzten Jahren deutlich angezogen haben, zählte Paraguay mit Bolivien und Peru zu den günstigsten Reiseländern.

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  • Zurück in Asuncion

    Apr. 6th 2012

    By: Rudy

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    In den folgenden Tagen ging es durch Kleinstädte in Richtung Asuncion. Ich passierte noch einmal Villarrica, danach ging es über Paraguari und Piribebuy zu Couchsurferin Nicki, die in einem winzigen Dorf mit ihrem Freund Dan lebt und als Peace Corps Volunteer Freiwilligenarbeit leistet. Ich habe mich viel mit den beiden Amis unterhalten, Dan hat mich ein bisschen im „Campo“  herumgeführt. Auf ihrer Terasse leistete uns eine Riesenkröte Gesellschaft.

    Die nächste Stadt Caacupe ist der wichtigste Pilgerort Paraguays mit einer überdimensionalen Basilika. Hier habe ich ein günstiges kleines Hotel gefunden und habe viel Zeit im Internet verbracht. Da ich kein TV schauen kann und es kaum deutschsprachige Zeitschriften gibt, brauche ich alle paar Tage einige Stunden für mich zum Lesen, Kommunizieren oder für die Organisation des weiteren Reiseverlaufs. Diesbezüglich habe ich beschlossen, dass ich Rio de Janeiro ausfallen lassen werde. Die Gründe hierfür sind, dass mich noch so eine Monsterstadt zu sehr stressen würde. Außerdem liegt sie etwas weitab und ich wurde auch von Einheimischen gewarnt, dass die Sicherheitslage nicht gerade rosig sei. So werde ich stattdessen die nicht minder interessante Hauptstadt Brasilia anschauen, bevor es ENDLICH zu den Stränden im Nordosten geht, wo ich meine Reisegeschwindigkeit noch einmal deutlich reduzieren möchte. Schließlich sind es nur noch gut zwei Monate bis zu meiner Rückkehr und ich möchte das Jahr nicht mit einem Travel-Burnout beenden.

    Aber davor ging es nochmal zurück nach Asuncion. Auf der letzten Etappe habe ich in Areguá den 59 jährigen Couchsurfer Gerhard besucht, der erst seit einigen Monaten in Paraguay wohnt. Von der Terasse seines tollen Hauses hat man einen sehr schönen Blick auf den größten See Paraguays, dem Lago Ypacaraí. Ich habe bei Gerhard drei sehr angenehme Tage verbracht.

    In Asuncion wurde ich von Couchsurferin Ruth empfangen. Sie ist sehr mit sich selbst beschäftigt, so dass wir in den immerhin 7 Tagen meines Aufenthalts sehr wenig miteinander unternommen haben.

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  • Fotos Brasilien und Paraguay sind aktualisiert. Ab sofort ist die Vorschau endlich übersichtlicher!

    März 16th 2012

    By: Rudy

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  • Zu Besuch bei den deutschen Kolonien in Brasilien und Paraguay

    März 14th 2012

    By: Rudy

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    Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Nach 300 km habe ich in Guarapuava, Brasilien beschlossen, dass ich direkt einen Bus nach Paraguay nehme. Der Grund hierfür war, dass die großen Städte bis zur Grenze noch weiter auseinanderliegen als bisher, der tägliche Regen, der stundenlang ging sowie die ermüdende Berg- und Talfahrt Seite an Seite an Hunderten von LKW.

    In Guarapuava habe ich gleich zweimal „couchgesurft“, zuerst bei Dorothe und danach für 2 Tage bei der schuhverrückten aber sehr liebenswürdigen Samantha, mit der ich eine deutsche Kolonie bestehend aus 5 kleinen Dörfern besucht habe. Ich staunte nicht schlecht, als ich vor Ort erfahren habe, dass es sich bei den Einwanderern um Donauschwaben aus Ex-Jugoslawien, Ungarn und Rumänien handelt und ich somit auf „meine Banater Brüder“ in Südbrasilien gestoßen bin. Ca. 2.400 Familien sind 1951 per Schiff hierher übergesiedelt. Die Dörfer sind sauber und organisiert, die Deutschen genießen bei den Brasis in der Region ein hohes Ansehen. Das vor kurzem eröffnete Museum über ihre Geschichte ist auf Weltklasse-Niveau, der Bau muss ein Vermögen gekostet haben und ist hochinteressant.

    Es ging also danach mit dem Bus nach Coronel Oviedo, Paraguay. Von hier aus möchte ich die Gegend per Rad erkunden, ich habe dafür 3 Wochen eingeplant.

    In Villarrica leben einige Deutsche, die in der Nähe liegende Colonia Independencia wird dagegen ausschließlich von Deutschen bewohnt. Dabei gibt es Alteingesessene, die in 3. Generation hier leben, sowie Neueingewanderte, die in den letzten Jahren kamen. Ich habe viele sehr nette Menschen kennengelernt, die über das Leben hier aus dem Nähkästchen geplaudert haben. Ich erhielt sogar eine Einladung von Ferdl, der mit 18 Jahren aus Bayern ausgewandert ist und mit einer Einheimischen glücklich verheiratet ist. Er bewirtschaftet seinen eigenen – für europäische Verhältnisse riesigen – Hof und die Beiden erwarten ihr 2. Kind. Neben Rindern, Schweinen, Hühnern, Enten und Fischen gibt es einen Schäferhund, eine Schildkröte und einen Papagei.

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  • Es geht wieder allein weiter

    Feb. 27th 2012

    By: Rudy

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    Canasvieiras, wo wir die letzten schönen Tage zusammen verbrachten, war ein „Malle für Argentinier“, wenigstens war das Meer hier einigermaßen warm, was man von den wilden Stränden an der Atlantikküste nicht behaupten konnte. Wir hatten die Insel 2 Tage lang mit einem Mietwagen erkundet, bevor nach drei Wochen Schwesterchen und Freund Dennis nach Deutschland zurückkehren mussten. Der Abschied fiel nicht leicht, ich hoffe, dass die beiden hier eine geile Zeit hatten.

    Etwas orientierungslos waren die ersten Tage und Wochen nach ihrer Abreise schon, denn ich hatte den weiteren Verlauf meines Urlaubs offengelassen. So hatte ich viel zu viele Tage in Florianopolis verschwendet, immerhin habe ich mir den Karneval gegeben, der hier deutlich kleiner ausfiel als in Rio oder Salvador, aber ersteres ist viel zu teuer und zweiteres zu weit weg.

    Ich hatte einige coole Leute im Hostel kennengelernt, mit denen ich auch oft etwas unternommen habe, vor allem das Sandboarden mit Lisa war eine witzige Angelegenheit. Jetzt war es aber an der Zeit, auch Locals kennezulernen und mich juckte es schon in den Beinen, so bin ich nach dem Karneval mit dem Bus nach Curitiba zurückgekehrt, wo ich mein Fahrrad gelassen habe, als wir hier mit Brigi und Dennis 3 Tage verbrachten. Nach einer Nacht ging es los Richtung Foz do Iguacu, vielleicht werde ich auch noch einmal nach Paraguay rüberfahren, ich will dort mehr sehen, aber die Zeit läuft, es sind noch gut 3 Monate bis zu meiner Rückkehr und ich möchte noch unbedingt in den Nordosten Brasiliens, wo ich bereits vor 2 Jahren war.

    Nach der zweiten Rad-Etappe verbrachte ich in Ponta Grossa 2 Tage bei Couchsurferin Jasmine, die bei der örtlichen Uni Geographie-Professorin ist. Neben ihrem Doktortitel kann sie auch auf ihre beiden veröffentlichten Bücher stolz sein, sowie auf ihre 10-jährige Karriere als DJ für elektronische Musik, sie war eine der ersten weiblichen Djs in Brasilien. Wir sind auf zwei Parties gegangen und ich habe einige ihrer netten Freunde kennengelernt.

    Der Weg nach Foz ist lang, noch gute 500 km, es ist eine ständige Bergauf- und Bergab-Fahrt zwischen ca. 800 und 1.100 Höhenmetern, die an den Kräften zehrt. Es regnet sehr viel, was bedeutet, dass ich oft stoppen und warten muss, ich fahre nicht gern im Regen, zumal es doch ziemlich kühl ist.

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  • Brigi bloggt :-)

    Feb. 10th 2012

    By: Rudy

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    Dennis und Brigi in Lateinamerika – wer hätte das gedacht? Da das Brüderchen soviel Schabernack im Kopf hat, sind wir zwei hier gelandet und sind ihm sehr dankbar dafür. Ohne ihn hätten wir wahrscheinlich nicht so viel Schönes, Interessantestes, aber auch Erschreckendes gesehen.

    Wir haben inzwischen die Atlantikküste erreicht. Auf dem Weg hierher haben wir in sechs Unterkünften unser kurzfristiges zuhause gefunden, wir sind im dritten Land angekommen und haben viel gesehen und erlebt – von Großstädten bis atemberaubender Natur, von überfüllten Bussen bis verlassenen Gassen.

    Es ist sehr schade, dass wir weder spanisch noch portugiesisch sprechen, denn die Menschen begegnen uns mit soviel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft – da würde man sich doch gerne richtig bedanken können.

    Die Reise begann in Asuncion, der Hauptstadt von Praraguay. Asuncion hat uns mit Hitze empfangen und Aktivitäten waren die ersten Tage nur in den Abendstunden möglich. So haben wir uns ausgiebig mit der Befriedigung unserer Grundbedürfnisse befasst und diese waren schlafen, essen und trinken. Die Stadt haben wir an unserem vorletzten Tag erkundet und die Unterschiede könnten kaum größer sein. Auf der einen Straßenseite das neue Regierungsgebäude und auf der anderen ein Bild von Armut. Wie Rudi schon geschrieben hat, wechseln sich wunderschöne Gebäude mit ärmlichen Behausungen ab.

    Nach Asuncion hat es uns nach Ciudad del Este verschlagen. Gleich gegenüber vom Busbahnhof leben Menschen in den ärmlichsten Verhältnissen, die wir je gesehen haben – Hütten aus Wellblech, Kartons und Plastikplanen. Die Stadt an sich ist alles andere als schön, der Markt jedoch ist durchaus erlebenswert – Chaos und Dreck ohne Ende, Menschen-auch kleine Kinder-, die einem alles Mögliche verkaufen wollen. Wir waren froh, als wir diesen Ort verlassen konnten.

    Es ging weiter nach Puerto Iguazu in Argentinien, wo wir vier tolle Tage in einem wunderschönen Hostel verbracht haben. Zu den Wasserfällen und dem Naturpark, die wir an zwei Tagen besuchten, schreib ich mal nichts – schaut euch die Bilder an. Es gibt keine treffenden Worte dafür, wie eindrucksvoll und einmalig dieser Ort ist.

    Anschließend fuhren wir mit dem Bus und Rudi mit dem Fahrrad über die Grenze nach Brasilien. Von Foz do Iguazu aus haben wir den beeindruckenden Staudamm Itaipu besichtigt. Einen Tag später erreichten wir mit einem Nachtbus die Millionenstadt Curitiba – angepriesen als die modernste und sauberste Stadt Brasiliens. Aufgrund von organisatorischen Herausforderungen und touristischen Unternehmungen waren die vier Tage, die wir dort verbrachten, mehr mit Anstrengung als mit Entspannung verbunden. Curitiba sticht insbesondere durch viele Grünflächen, beeindruckende Architektur und einem hervorragenden öffentlichen Nahverkehr hervor. Besonders umgehauen hat uns der kostenlose Shuttlebus ins Nachtleben und wieder zurück. Wir wurden tatsächlich an unserem Hotel abgeholt und zur vereinbarten Zeit wieder zurückgebracht.

    Im Anschluss an die Großstadt hat es uns auf die zauberhafte, kleine Insel Ilha do Mel verschlagen. Die breiten, fast leeren Strände erwarteten uns mit feinstem Sand und wir nahmen unser langersehntes erstes Bad im lauwarmen Atlantik. Die zwei Tage, die wir in diesem kleinen Paradies verbrachten, waren sehr entspannt und wir hätten hier durchaus länger bleiben können. Es zog uns aber weiter auf die Insel Santa Catarina bei Florianopolis. Die Fahrt dahin war eine echte Herausforderung für unsere Nerven, da die Busse entweder über eine Stunde Verspätung hatten oder komplett überfüllt waren. Nach einem Tag Fahrt für ca. 300 km erreichten wir fix und fertig unser Hotel um ein Uhr nachts und damit die letzte Station unserer Reise.

    Wir grüßen alle gaaaaaanz lieb, die sich auf Rudis Blog rumtreiben und wir haben uns sehr über die vielen, netten Kommentare aus der Heimat gefreut.

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