Zurück bei Stella in La Paz war schnell die Idee geboren, ein paar Tage im warmen Cochabamba zu vebringen; ich konnte mich einfach nicht überwinden, direkt in das bitterkalte Uyuni zu fahren. Cochabamba liegt auf rund 2.700 m Höhe und ist ungefähr so mild wie der Sommer in Deutschland, mit etwas kühleren Nächten. Da Stella keine wichtigen Verpflichtungen in den nächsten Tagen hatte, begleitete sie mich nach „Cocha“, wo wir dann doch länger als beabsichtigt geblieben sind.

Grund hierfür war eine bakterielle Infektion, die ich mir wahrscheinlich durch verunreinigtes Essen zugezogen habe. Dies verursachte abendliche Fieberschübe, die ich erst nach über einer Woche unter Kontrolle bekommen habe. Danach haben wir uns einige Sehenswürdigkeiten Cochabambas angesehen. Am Sonntag, dem 16.10. gab es irgendwelche Wahlen und die ganze Stadt war wie ausgestorben, weil ein Fahrverbot verhängt wurde.

Es war an der Zeit, weiterzuziehen! Ich musste mich von Stella verabschieden, sie ist von Cocha direkt nach La Paz zurückgekehrt und hockt jetzt wieder in der Uni. Wir haben beschlossen, gemeinsam Silvester zu feiern, wahrscheinlich in Asunción, der Hauptstadt Paraguays.

Da es keine Direktverbindung zwischen Uyuni und Cocha gibt, musste ich zunächst einen Bus in die Minenstadt Oruro nehmen. Abends wollte ich von hier mit dem nächsten Bus direkt nach Uyuni, aufgrund der Wahlen am Sonntag waren jedoch keine Plätze mehr verfügbar, so dass ich zwangsübernachten musste. Ich entschied am nächsten Tag, mit dem Zug weiterzufahren, eine 7-Stunden-Fahrt durch das trockene, einsame Altiplano. Leider war der Gepäckabteil des Zuges nicht sehr dicht, denn ich habe mein Rad total verstaubt wiederbekommen, nachdem ich es ein paar Tage davor stundenlang geputzt und geschmiert habe. Dumm gelaufen!

Der 3-Tages-Rundtrip ab/nach Uyuni durch den größten Salzsee der Welt, einigen bunten Seen mit Flamingos und skurilen Steinformationen ist gebucht, dies alles sollte Garant für die wohl spektakulärsten Bilder meiner gesamten Reise werden. Ihr dürft gespannt sein!