Für mich sind Argentinier die Italiener Südamerikas. So weit ist das gar nicht hergeholt, da viele von ihnen italienische Vorfahren haben. Sie sind charmant, gut gekleidet, haben eine ausgeprägte Esskultur und einen ganz anderen Lebensrhythmus als die anderen bisher von mir bereisten lateinamerikanischen Länder. Sogar ihr spanisch klingt ein bisschen wie italienisch. Interessant ist auch ihre Teetrink-Kultur: es ist witzig, wie Jung und Alt zu jeder Tageszeit und überall mit der Thermoskanne unterm Arm herumlaufen und Mate trinken.

Obwohl ich in Argentinien genauso viel Zeit wie in Kuba verbracht habe (sechseinhalb Wochen), habe ich das Gefühl, viel weniger gesehen zu haben, vielleicht weil mir alles relativ „europäisch“-vertraut vorkam. Dass es mit dem Couchsurfing hier überhaupt nicht hingehauen hat, finde ich frustrierend, ebenso die Tatsache, dass ich nicht zu jeder Zeit (vor allem jedoch nachmittags) aufgrund der Siesta essen und einkaufen kann. Ansonsten fällt mir nichts Negatives ein und ich würde jederzeit in dieses Land zurückkehren. Argentinien ist übrigens genauso sicher wie Deutschland, von einigen Bezirken in Buenos Aires abgesehen.