Dennis und Brigi in Lateinamerika – wer hätte das gedacht? Da das Brüderchen soviel Schabernack im Kopf hat, sind wir zwei hier gelandet und sind ihm sehr dankbar dafür. Ohne ihn hätten wir wahrscheinlich nicht so viel Schönes, Interessantestes, aber auch Erschreckendes gesehen.
Wir haben inzwischen die Atlantikküste erreicht. Auf dem Weg hierher haben wir in sechs Unterkünften unser kurzfristiges zuhause gefunden, wir sind im dritten Land angekommen und haben viel gesehen und erlebt – von Großstädten bis atemberaubender Natur, von überfüllten Bussen bis verlassenen Gassen.
Es ist sehr schade, dass wir weder spanisch noch portugiesisch sprechen, denn die Menschen begegnen uns mit soviel Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft – da würde man sich doch gerne richtig bedanken können.
Die Reise begann in Asuncion, der Hauptstadt von Praraguay. Asuncion hat uns mit Hitze empfangen und Aktivitäten waren die ersten Tage nur in den Abendstunden möglich. So haben wir uns ausgiebig mit der Befriedigung unserer Grundbedürfnisse befasst und diese waren schlafen, essen und trinken. Die Stadt haben wir an unserem vorletzten Tag erkundet und die Unterschiede könnten kaum größer sein. Auf der einen Straßenseite das neue Regierungsgebäude und auf der anderen ein Bild von Armut. Wie Rudi schon geschrieben hat, wechseln sich wunderschöne Gebäude mit ärmlichen Behausungen ab.
Nach Asuncion hat es uns nach Ciudad del Este verschlagen. Gleich gegenüber vom Busbahnhof leben Menschen in den ärmlichsten Verhältnissen, die wir je gesehen haben – Hütten aus Wellblech, Kartons und Plastikplanen. Die Stadt an sich ist alles andere als schön, der Markt jedoch ist durchaus erlebenswert – Chaos und Dreck ohne Ende, Menschen-auch kleine Kinder-, die einem alles Mögliche verkaufen wollen. Wir waren froh, als wir diesen Ort verlassen konnten.
Es ging weiter nach Puerto Iguazu in Argentinien, wo wir vier tolle Tage in einem wunderschönen Hostel verbracht haben. Zu den Wasserfällen und dem Naturpark, die wir an zwei Tagen besuchten, schreib ich mal nichts – schaut euch die Bilder an. Es gibt keine treffenden Worte dafür, wie eindrucksvoll und einmalig dieser Ort ist.
Anschließend fuhren wir mit dem Bus und Rudi mit dem Fahrrad über die Grenze nach Brasilien. Von Foz do Iguazu aus haben wir den beeindruckenden Staudamm Itaipu besichtigt. Einen Tag später erreichten wir mit einem Nachtbus die Millionenstadt Curitiba – angepriesen als die modernste und sauberste Stadt Brasiliens. Aufgrund von organisatorischen Herausforderungen und touristischen Unternehmungen waren die vier Tage, die wir dort verbrachten, mehr mit Anstrengung als mit Entspannung verbunden. Curitiba sticht insbesondere durch viele Grünflächen, beeindruckende Architektur und einem hervorragenden öffentlichen Nahverkehr hervor. Besonders umgehauen hat uns der kostenlose Shuttlebus ins Nachtleben und wieder zurück. Wir wurden tatsächlich an unserem Hotel abgeholt und zur vereinbarten Zeit wieder zurückgebracht.
Im Anschluss an die Großstadt hat es uns auf die zauberhafte, kleine Insel Ilha do Mel verschlagen. Die breiten, fast leeren Strände erwarteten uns mit feinstem Sand und wir nahmen unser langersehntes erstes Bad im lauwarmen Atlantik. Die zwei Tage, die wir in diesem kleinen Paradies verbrachten, waren sehr entspannt und wir hätten hier durchaus länger bleiben können. Es zog uns aber weiter auf die Insel Santa Catarina bei Florianopolis. Die Fahrt dahin war eine echte Herausforderung für unsere Nerven, da die Busse entweder über eine Stunde Verspätung hatten oder komplett überfüllt waren. Nach einem Tag Fahrt für ca. 300 km erreichten wir fix und fertig unser Hotel um ein Uhr nachts und damit die letzte Station unserer Reise.
Wir grüßen alle gaaaaaanz lieb, die sich auf Rudis Blog rumtreiben und wir haben uns sehr über die vielen, netten Kommentare aus der Heimat gefreut.