In Fortaleza hatte ich eine sehr angenehme Zeit, durch Couchsurfing lernte ich einige Leute kennen, bei denen ich auch übernachtet habe. Highlight waren dabei sicherlich die drei Tage bei Vinicius, mit dem ich mich auf Anhieb hervorragend verstand, der Blick aus seiner Wohnung im 21. Stockwerk auf Stadt und Strand waren absolut atemberaubend. Nach gut einer Woche musste ich aber weiterziehen, um meinen Zeitplan einzuhalten, denn bis Recife ist es noch ein Stückchen und es liegen noch ein paar Großstädte auf dem Weg, in denen immer ein bisschen mehr Zeit draufgeht als in kleinen Orten. Die nächsten Tage ging es durch eben solche kleinen Ferienorte am Atlantik mit herrlichen Stränden und wenigen Menschen. Das touristischste von ihnen – Canoa Quebrada – wird im Juli auch von vielen Europäern frequentiert.

Mossoró war die nächste Großstadt auf dem Plan und eigentlich nur als Zwischenstopp gedacht, aber es kam leider anders: eines Morgens bin ich mit Unwohlsein und Fieber aufgewacht und meine erste Vermutung war – mal wieder – eine Lebensmittelvergiftung. Ich ging am nächsten Morgen ins Krankenhaus, um mich untersuchen zu lassen und nach dem Bluttest stand die Diagnose fest: Denguefieber! Fuck! Volltreffer! Ich wurde mit 5 Infusionen und 3 Spritzen versorgt, am nächsten Tag musste ich noch einmal „antreten“, diesmal gab es 3 Infusionen, die Prozedur mit Anmeldung, Sprechstunde und Behandlung dauerte jeweils um die 4 Stunden.

Es gibt keine Impfung gegen Dengue, so muss man die Krankheit aussitzen und kann nur Paracetamol gegen die Fieberschübe nehmen. Man ist völlig entkräftet, die Blutwerte sind jenseits von Gut und Böse und das Immunsystem total im Keller. Mir wird also keine Zeit mehr bleiben, mich wieder fitnesstechnisch auf Vordermann zu bringen, und in diesem Zustand ist an Radfahren nicht zu denken. Es sieht also ganz danach aus, dass ich die letzten Etappen mit dem Bus zurücklegen werden muss., aber bis dahin muss es mir noch deutlich besser gehen, denn momentan verbringe ich den Großteil des Tages im Bett.

Ich habe eine nette Dame kennengelernt, die sich rührend um mich kümmert und mich moralisch aufbaut, wenn ich wegen meinem Dengue mal wieder eine Aggro-Attacke bekomme. Die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen kann man nicht mit Worten beschreiben, sie haben auch keine Berührungängste, auch mal einem Fremden zu helfen. Für mich sind die Brasis die besten Menschen der Welt und ich werde dieses warme Miteinander sehr vermissen.