Nachdem ich einigermaßen wiederhergestellt war, beschloss ich, mit dem Autobus nach Natal zu fahren, eine sehr attraktive Stadt mit schönem Strand. Hier verbrachte ich 4 Tage bei Couchsurferin Anna, bei der ich mich sehr wohl gefühlt habe. Die City wurde mit dem Rad erkundet, ich habe viele Fotomotive entdeckt – vor allem in der Altstadt, der Cidade Alta.
„Gecouchsurft“ habe ich auch in Joao Pessoa und in Recife. Washington war mein Gastgeber in Joao Pessoa, bei dem ich 5 Tage blieb. Die Brasilianer haben übrigens ziemlich lustige Vornamen, neben Washington habe ich auch schon einen Wagner und einen Beethoven kennengelernt, alle drei sind Vornamen hier! Der 26-jährige Washington ist Web-Programmierer, er muss täglich viel arbeiten, aber zum Ausgehen hatte er immer Zeit. Der netteste Abend war auch der letzte für mich in JP, als wir einen Karnevalsblock durch die Altstadt begleiteten und anschließend ein Konzert besuchten, noch vor Sonnenuntergang – und das ist hier um 17:30h! – hat die Menge bereits getanzt und gefeiert. Ich bin auch an diesem Abend mit vielen Leuten ins Gespräch gekommen.
Leider musste ich auch in das ca. 120 km entfernte Recife einen Bus nehmen, weil nur noch 3 Tage übrigblieben. Auf der Busfahrt kam ich mit Sebastiao ins Gespräch, der sich für soziale Projekte auf dem Land einsetzt, er hat mich auch eingeladen ihn zu besuchen, um mir ein näheres Bild über sein Engagement zu machen.
Dea hatte ich bereits 2009 kennengelernt, als ich das erste Mal in Recife war, ich durfte mich also wieder bei ihr bis zu meinem Rückflug einnisten. Am vorletzten Tag sind wir zusammen in die nahegelegene Stadt Vitoria de Santo Antao gefahren, wo uns Sebastiao am Busbahnhof abgeholt hat und uns anschließend kreuz und quer durch die Dörfer gefahren hat. Unter anderem ist er verantwortlich für die Asphaltierung einiger Straßen sowie dem Bau von Regenwasser-Zisternen, die eine bessere Bewässerung in dem trockenen Sertao gewährleisten sollen. Er hat uns auch die knochenharte Arbeit der Zuckerrohr-Arbeiter gezeigt. Wir sind unzählige Male stehengeblieben, um irgendwelche Projektbeteiligten, Freunde oder Verwandte zu besuchen und haben die Herzlichkeit und Gastfreundschaft dieser z.T. in großer Armut lebenden Menschen kennengelernt, sogar Dea war davon fasziniert. Dieser Tag war wirklich ein Highlight, denn es zeigte ein ganz anderes Brasilien, als das, was ich bisher gesehen habe.
Oi Sebastião, obrigado por estas impressões extraordinárias e pelo seu tempo, foi realmente uma experiência única. Desejo-lhe felicidades e sorte para os seus projetos futuros!