Die erste Hardcore-Busfahrt ging über ca. 1.500 km von Pedro Juan Caballero nach Brasília, 27 Stunden lang eingepfercht. In Brasília blieb ich nur drei Nächte bei Couchsurferin Fernanda und ihrer netten Familie. Sie und ihr Bruder haben mir die Stadt gezeigt, die für Autos konzipiert wurde und in der es – abgesehen vom Stadtzentrum – keine Fußgängerwege gibt! So habe ich am zweiten Tag einen stundenlangen Marsch über Stock und Stein und Wiesen einlegen müssen, weil ich die Entfernungen total unterschätzt habe.
Brasília ist ansonsten architektonisch etwas Außergewöhnliches, sie wurde in den Fünfziger Jahren geplant und danach innerhalb von 3 Jahren gebaut. Es gibt u.a. den imposanten Regierungsviertel, einen Bankenviertel, einen Hotelviertel und die Einwohner leben in drei- bzw. sechs-stöckigen Wohnblocks in sog. Superquadras.
Der Plano Piloto, wie das ursprüngliche Brasília hieß und aus dem Weltraum wie ein Flugzeug aussieht, wurde für nur 500.000 Menschen ausgelegt, mittlerweile wohnen fünfmal so viele hier, vor allem in den rund um die Stadt entstandenen Satellitenstädten. Der Gag ist nämlich, dass der Plano Piloto bautechnisch nicht verändert werden darf, so gibt es „nutzlose“ Grünflächen auf der einen, und ein ziemlich intensives Parkplatzproblem auf der anderen Seite und Hunderttausende müssen täglich pendeln und zig km zu ihrer Arbeitsstelle zurücklegen.
Über Petrolina ging es in zwei weiteren Busfahrten, die insgesamt 41 Stunden dauerten, in den Nordosten ins tropische Fortaleza: Sommer, Sonne, Strand und Meer – der Urlaub vom Urlaub und der Endspurt können also nach einem knapp 4.000 km langen Busmarathon beginnen!