Die Agenturen und Reiseführer haben wirklich nicht zu viel versprochen: diese Ecke der Welt bietet die außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten, die man sich auf dieser Erde vorstellen kann! Die Tour startete am Eisenbahnfriedhof in Uyuni, wo seit über 50 Jahren alte Dampfloks vor sich hin rosten und Inspiration für Dutzende Fotos bieten. In dem kleinen Dorf Colchani, dem Tor zum Salar de Uyuni, wo die Menschen vom Salz und vom Tourismus mehr schlecht als recht leben, haben wir unser Mittagessen eingenommen (das Essen wurde übrigens für die 3 Tage im Geländewagen mitgeführt und wurde vor dem Verzehr nur aufgewärmt). Anschließend ging es in unserem Toyota Landcruiser hinaus auf den riesigen, blendend weißen, unwirklichen Salar de Uyuni, dem größten Salzsee der Welt. Am Hotel de Sal, wo es wohl max. 5 Gäste gibt – selbst das bezweifle ich – gab es den nächsten Stopp, und danach ging es zur Isla Incahuasi, wo es über 1.000 Jahre alte und bis zu 12 m hohe Kakteen gibt, sehr coole Kulisse garniert mit ein paar knuffigen Lamas. Nach dem Sonnenuntergang haben wir unser Quartier in Puerto Chuvica bezogen.

Am zweiten Tag durchquerten wir den Salar Chuvica und den gleichnamigen Ort, bevor wir den aktiven Vulkan Ollagüe zu Gesicht bekamen. Danach folgten die Lagunen, Canapa, Chiar Kkota, Hedionda und Ramaditas. Der Arból de Piedra – Baum aus Stein – ist ein berühmtes Fotomotiv auf dem Weg zum Berg mit den sieben Farben bei unglaublichem Wind, schließlich die Laguna Colorada voller Flamingos.

Übernachtung in der Nähe, nachts 3 Grad im Zimmer, draußen ca. -8°C! Gut, dass ich ein Schlafsack ausgeliehen habe! Abends habe ich noch ein bisschen mit den Engländern Frank und Flic und den Japanern Moto und Yuki meinen aus Uyuni mitgebrachten Rum vernichtet.

Auf dem Weg zu den Geysiren bei unfassbar klarer Luft haben wir am Morgen des dritten Tages den höchsten Punkt der Reise bei 4.900m passiert, was ich auch deutlich gemerkt habe (Atemlosigkeit, leichter Schwindel, Herzklopfen). Die fauchenden, nach Schwefel stinkenden Geysire waren wirklich beeindruckend, ein bisschen wie das Tor zur Hölle kam mir das dort vor! Dann waren die heißen Quellen an der Reihe, bei der kalten Luft habe ich mich gehütet hineinzugehen, nur Frank war aus unserer Gruppe mutig genug! Als letzte Station standen die Laguna Verde auf dem Plan, die wegen fehlenden Windes relativ farblos war – schade – sowie danach die Dalí-Wüste! Die Engländer wurden an der chilenischen Grenze hinausgeworfen und für den Rest der Truppe begann die lange Rückfahrt nach Uyuni über eine rauhe Schotterpiste.

Am darauffolgenden Tag fuhr ich mit einem alten Bus über eine abenteuerliche Holperpiste von Uyuni nach Tupiza. In Atocha mussten wir nothalten, weil irgend etwas am Bus verreckt ist und repariert werden musste. So habe ich die Zeit für ein paar Fotoshoots in diesem im Nichts liegenden Wüstenort genutzt. Nach 2 Nächten im angenehm warmen Tupiza ging es endlich wieder per Rad weiter. Von hier sind es nur gute 90 km zur Grenzstadt Villazón, von wo es nach Argentinien hinübergeht.