Bevor ich das Thema Bolivien endgültig abschließe, möchte ich über die Top3 der verstörendsten Begegnungen mit Bolivianern berichten. Es gab ein paar wirklich seltsame Erfahrungen, die an Dämlichkeit und Dummheit kaum zu überbieten sind. Mich hat es zum Lachen gebracht, geschockt oder einfach nur sprachlos gemacht.

Platz 3 – „8 Porciones“: In den Pizzerien Boliviens fallen die Pizzengrößen von Pizzeria zu Pizzeria unterschiedlich aus, so liegt es nahe, nach der Größe zu fragen, zumal in jeder Pizzeria zwei bis drei unterschiedliche Größen angeboten werden. Die Madame in der Pizzeria in Villazón meinte daraufhin „Ocho Porciones“ – Acht Portionen! „ähm, die Größe, Frollein?“ – „Acht Portionen!“ – „Ja, das sagt mir nichts“ – daraufhin habe ich mit den Händen versucht, das Durchmesser der Pizza zu simulieren, was sie komplett überfordert hatte. An meinem Spanisch kann es nicht gelegen haben, sie hatte die Frage schon verstanden, nur wusste sie nicht, wie sie darauf antworten sollte. Also die Pizza war ca. 30 cm im Durchmesser, zu viel für mich, wie ich Nachhinein feststellte – „8 Porciones“ eben ;-)!

Platz 2 – „Frutas“: in manchen Ecken der Stadt gibt es mitten auf der Straße und auf dem Gehweg einen chaotischen Markt, wo alles von Lebensmittels, Klamotten über Batterien und Zeitungen verkauft wird. So auch in Cochabamba als ich mit Stella eine halbe Ewigkeit ein paar Früchte gesucht habe. Da hat Stella spontan eine junge Hähnchenfleisch“fach“verkäuferin gefragt, ob sie wüsste, wo man Früchte bekommen könnte. Keine Reaktion. Nochmal gefragt – dummes Geglotze – beide Spanisch-Muttersprachler, also daran kann es nicht gelegen haben. Beim dritten Mal schließlich hebt sie in Zeitlupe ihren Arm – halb belustigt, halb dumm-dämlich-verstört – um uns die Richtung zu weisen. „Früchte? Watt? Ick verkoof doch Häääänsche!“

Platz 1 – „Heil, Hitler!“: Auf meine Antwort woher ich komme, gab es immer wieder diese eine Reaktion, zum Teil sogar mit dem „deutschen Gruß“ und es war noch nicht einmal böse gemeint. Ich bin fast auf den Arsch gefallen als ein Kerl Namens Axel (!, waschechter Indígena-Bolivianer) mir gesagt hat, dass er gern Europa bereisen würde, ihn aber in Deutschland nur die Konzentrationslager interessieren würden und ob man die besichtigen könnte? Danke, Adolf, dass du nach über 60 Jahren immer noch so präsent bist! Mögest du dich im Grabe drehen, bis du Feuer fängst!!! Armes Deutschland.