Oha, jetzt merke ich erst, wie lange ich meinen Blog nicht mehr aktualisiert habe! Es ist viel passiert in den letzten Wochen, aber ich bin immer noch in Argentinien. Auf dem Weg nach Cordoba ging es zunächst nach Frias, wo ich im Hotel des aus Syrien stammenden Gasan untergekommen bin, ein sehr cooler Typ in meinem Alter, der nicht nur Hotelier und Vater von drei Kindern ist, sondern auch ein Pizzeria betreibt, nebenbei Teilzeit-Zahnarzt ist, ein paar lustige Sachen zum Rauchen anpflanzt und vom Penner bis zum Bürgermeister fast jeden in der Stadt kennt. Drei Tage bin ich geblieben, ich hatte Einblick in das arabische Familienleben und abends sind wir durch die Stadt gefahren oder haben uns mit seinen Freunden getroffen oder haben einfach mit den Kids im Wohnzimmer geblödelt. Auf seinen Rat habe ich die restlichen gut 300 km nach Cordoba mit dem Bus zurückgelegt, er hatte Recht, es gab nichts zu sehen auf dem Weg!
Dafür habe ich mich entschlossen, eine kleine Rundfahrt durch die Sierras de Cordoba, dem Naherholungsgebiet der Großstädter zu unternehmen. Gleich in der ersten Stadt in Alta Gracia hatte ich eine nette Begegnung im Hostal, den ich mir ausgesucht habe, denn der Besitzer Hector ist ein sehr netter Schriftsteller, der 10 Jahre in Kuba gelebt hat. Er und seine Frau kennen nicht nur Fidel Castro und Hugo Chavez persönlich sondern auch die Kinder von Che Guevara. Che hat im Haus nebenan einige Jahre seiner Kindheit verbracht, das Haus ist zu einem sehr interessanten Museum umgestaltet worden, inklusive eines kleinen auf der Veranda-Mauer sitzenden Che aus Bronze. Von Alta Gacia ging es nach Villa Carlos Paz und danach nach Cosquin, die zu den Ferienzentren Argentiniens gehören. Sie sind eingebettet in eine wunderschöne Umgebung, haben jedoch außer Hunderten Hotels, Restaurants und Bars keine Sehenswürdigkeiten zu bieten.