Paraguay ist sicherlich kein Liebe-auf-den-ersten-Blick-Land, mit der Zeit habe ich mich aber ein bisschen an die Andersartigkeit gewöhnt. Asuncion wirkt etwas fehlgeplant, Regierungsgebäude in unmittelbarer Nähe von Slums, Kolonialhäuser neben verlassenem Rohbau, Uraltbusse neben Luxus-SUVs mit komplett verdunkelten Fensterscheiben. Es gibt schicke Läden und Bars genauso wie kleine Kaugummi- und Keksverkäufer, oder einen riesigen verdreckten und total chaotischen Markt, wo man so gut wie alles kaufen kann, was billig ist und aus China oder Brasilien kommt.
Die Paraguayer sind stolz auf ihr Land, freundlich und hilfsbereit, sauber und up-to-date, letzteres vor allem die dünne Oberschicht. Ich hatte so gut wie nur Asuncion gesehen, so dass ich mir ein Fazit über das Land nicht erlauben kann. Vielleicht werde ich später noch einmal dorthin zurückkehren, vielleicht sogar noch in den nächsten Monaten.
Zwei Wochen in Asuncion vergingen mit Sightseeing und Erholung wie im Flug, am 20. Januar kamen Schwesterchen Brigi und ihr Freund Dennis an. Die Wiedersehensfreude war groß und wir haben uns gleich in die Planung der kommenden 3 Wochen gestürzt, die wir zusammen verbringen werden. Die Hitze war für die zwei armen Seelen etwas schockierend, aber sie sollten sich daran gewöhnen, es wird warm bleiben und sie sind zum Reisen und nicht zum Kuscheln gekommen ;-).
Nach 4 Tagen Asuncion ging es in die dreckigste Stadt des Landes, dem Supermarkt Südamerikas, Ciudad del Este, voller Chaos, Armut und Händlern. Hier gibt es allein 14.000 (!) Elektrofachgeschäfte, darüber hinaus kann man auch Kleidung, Haushaltsbedarf, Uhren, Sonnenbrillen, Waffen, Musikinstrumente, Pillen, Anglerbedarf kaufen – um nur einige zu nennen. Man sollte nicht blond und blauäugig sein und die Preise kennen, um nicht verarscht zu werden…