Canasvieiras, wo wir die letzten schönen Tage zusammen verbrachten, war ein „Malle für Argentinier“, wenigstens war das Meer hier einigermaßen warm, was man von den wilden Stränden an der Atlantikküste nicht behaupten konnte. Wir hatten die Insel 2 Tage lang mit einem Mietwagen erkundet, bevor nach drei Wochen Schwesterchen und Freund Dennis nach Deutschland zurückkehren mussten. Der Abschied fiel nicht leicht, ich hoffe, dass die beiden hier eine geile Zeit hatten.
Etwas orientierungslos waren die ersten Tage und Wochen nach ihrer Abreise schon, denn ich hatte den weiteren Verlauf meines Urlaubs offengelassen. So hatte ich viel zu viele Tage in Florianopolis verschwendet, immerhin habe ich mir den Karneval gegeben, der hier deutlich kleiner ausfiel als in Rio oder Salvador, aber ersteres ist viel zu teuer und zweiteres zu weit weg.
Ich hatte einige coole Leute im Hostel kennengelernt, mit denen ich auch oft etwas unternommen habe, vor allem das Sandboarden mit Lisa war eine witzige Angelegenheit. Jetzt war es aber an der Zeit, auch Locals kennezulernen und mich juckte es schon in den Beinen, so bin ich nach dem Karneval mit dem Bus nach Curitiba zurückgekehrt, wo ich mein Fahrrad gelassen habe, als wir hier mit Brigi und Dennis 3 Tage verbrachten. Nach einer Nacht ging es los Richtung Foz do Iguacu, vielleicht werde ich auch noch einmal nach Paraguay rüberfahren, ich will dort mehr sehen, aber die Zeit läuft, es sind noch gut 3 Monate bis zu meiner Rückkehr und ich möchte noch unbedingt in den Nordosten Brasiliens, wo ich bereits vor 2 Jahren war.
Nach der zweiten Rad-Etappe verbrachte ich in Ponta Grossa 2 Tage bei Couchsurferin Jasmine, die bei der örtlichen Uni Geographie-Professorin ist. Neben ihrem Doktortitel kann sie auch auf ihre beiden veröffentlichten Bücher stolz sein, sowie auf ihre 10-jährige Karriere als DJ für elektronische Musik, sie war eine der ersten weiblichen Djs in Brasilien. Wir sind auf zwei Parties gegangen und ich habe einige ihrer netten Freunde kennengelernt.
Der Weg nach Foz ist lang, noch gute 500 km, es ist eine ständige Bergauf- und Bergab-Fahrt zwischen ca. 800 und 1.100 Höhenmetern, die an den Kräften zehrt. Es regnet sehr viel, was bedeutet, dass ich oft stoppen und warten muss, ich fahre nicht gern im Regen, zumal es doch ziemlich kühl ist.